Neue Pflegenoten: Was haben die sich dabei gedacht???

Da kommt was Neues für die Altenpflege in Deutschland. Noch im Jahr 2019 sollen die Qualitäts–Prüfungen in den Altenheimen nach einem völlig neuen System ablaufen. Bisher werden an einem Prüftag pro Jahr vor allem die Dokumentationen geprüft. Für die Pflegenoten zählt, was an diesem Tag gezeigt werden kann.

Im Neuen System der Qualitätsdarstellungen sollen die veröffentlichten Berichte zwei Bereiche beschreiben: die Arbeiten im hausinternen, laufend zu aktualisierenden Qualitätsmanagement und was ein Pfüfteam vorfand.
Im vielstufigen, seit mehr als fünf Jahren laufenden Entwicklungsprozess wurde viel Wert darauf gelegt, Erkenntnisse zur Lebensqualität der Bewohnenden darstellen zu können.

Wer knapp zwei Stunden Zeit hat kann sich ein Gespräch zwischen Klaus Wingenfeld und dem Team des Übergabe-Podcast anhören (ich mach so was mit USB Stick und Autoradio):

Qualitätsprüfverfahren in der Langzeitpflege und Indikatoren der Ergebnisqualität – Dr. K. Wingenfeld; Folge 8 des Übergabe Podcast vom 18. April 2019.

Qualitätsdarstellungen wohl erst 2020 …

In einer Pressemitteilung zur 6. Berliner Runde zur Zukunft der Pflege ist zu lesen: „Neben dem Abschluss ausstehender Vereinbarungen und der Schaffung der erforderlichen (technischen) Voraussetzungen steht eine Erprobungsphase an. Dieser Prozess soll Ende 2019 abgeschlossen sein. Bundesweit müssen sowohl die Einrichtungen als auch die Prüfdienste geschult werden.“
So ausgedrückt, könnte es auch in 2020 noch nicht so weit sein, dass das neue System der Qualitätsdarstellungen flächendeckend eingeführt wird.
🙁

Quelle: Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen: Was kommt nach dem Pflege-TÜV? 6. Berliner Runde zur Zukunft der Pflege diskutiert neues System der Qualitätsdarstellung, Pressemitteilung vom 21. September 2018 (Link geprüft am 21. Oktober 2018)

Das Konzept zu den neuen Qualitätsdarstellungen wird vorgestellt

Im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums wurde an der Universität Bielefeld ein „grundlegend neues Konzept für eine realistische Qualitätsbeurteilung“ die Versorgungsqualität in Pflegeheimen entwickelt. „Eine wichtige Neuerung besteht in der Einführung einer Qualitätsbeurteilung mit Hilfe von Kennzahlen, die ursprünglich schon 2009/2010 im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums entwickelt und in den Folgejahren in zahlreichen Pflegeheimen erprobt hat. ‚Diese Kennzahlen geben Auskunft über die Versorgungsergebnisse einer Einrichtung und ermöglichen damit eine vergleichende Qualitätsbeurteilung, die es hierzulande bislang nicht gab‘, so Projektleiter Dr. Klaus Wingenfeld, Geschäftsführer des Instituts für Pflegewissenschaft (IPW). ‚Dabei steht nicht die Struktur- und Prozessqualität, sondern die Frage nach der Situation der Bewohnerinnen und Bewohner im Mittelpunkt. Es geht etwa darum, wie gut es gelingt, Mobilitätsverlust, Sturzverletzungen, die Entstehung von Druckgeschwüren oder den Einsatz freiheitseinschränkender Maßnahmen zu vermeiden‘. Die Ergebnisse der externen Qualitätsprüfungen bleiben weiterhin ein weiteres wichtiges Standbein der Qualitätsbewertung.
„Dabei besteht eines der Ziele auch darin, die einseitige Ausrichtung externer Qualitätsprüfungen auf die schriftliche Dokumentation zu beheben und das Fachgespräch sowie das Gespräch mit dem Bewohner stärker zu gewichten.“ In diesem Zusammenhang taucht zum erstem Mal offiziell der Begriff Qualitätsdarstellungen auf.
Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeiten wurden jetzt ans Ministerium übergeben.