Westerfellhaus: Termin droht zu kippen

Zeitungsartikel
Mitte März 2019 schlägt Andreas Westerfellhaus, der Pflegeexperte der Bundesregierung, Alarm: Die Verhandlungen in der Selbstverwaltung über die Erneuerung der Pflegenoten kämen nicht voran.
Die zeitliche Vorgabe sei eindeutig: Im Herbst 2019 solle das neue System an den Start gehen. Falls nötig, würde im Gesundheitsministerium entschieden, damit „schwarze Schafe“ in Zukunft öffentlich auffallen.

Pflegebeauftragter übt scharfe Kritik an Heimbetreibern, Artikel auf www.waz.de am 14. März 2019 (Link geprüft am 14. März 2019)

Diskussion um die Pflegenoten 2

2019 sollen die Pläne zum Nachfolgeprojekt der Pflegenoten umgesetzt werden. Von den gesetzlichen Versicherungen kommt noch grundsätzliche Kritik. Es sei geplant die Prüfergebnisse für die einzelnen Einrichtungen verteilt über bis zu 20 Seiten zu veröffentlichen. Das ist für Laien, denen die Qualitätsdarstellungen beim Vergleich mehrerer Einrichtungen helfen sollen, nicht hilfreich.
Auch könnten in der geplanten Gesamtbewertung weiterhin Qualitätsmängel in einzelnen Bereichen verschleiert werden – selbst dann, wenn jemand zu Schaden gekommen sei,

Mehr lesen im „E-Magazin des GKV-Spitzenverbandes“, Ausgabe Dezmeber|2018.

Gute oder schlechte Qualität der Pflege? Das muss einfach zu erkennen sein.

Pflegepolitik hat das Ziel ausgegeben, die Qualitätsbewertungen in der Altenpflege verlässlicher zu machen und die Lebensqualität der Pflegebedürftigen in den Vordergrund zu stellen. Nach einigen Jahren Auftragsforschung wurden nun pflegewissenschaftlich abgesicherte Vorschläge veröffentlicht, wie das erreicht werden könnte. Es sollen für alle Altenheime auf mehr als 20 Seiten die Ergebnisse aus einem laufenden Qualitätssicherungsprozess und den jährlich statt findenden MDK Prüfungen veröffentlicht werden.
Mal praktisch: kommen drei Altenheime in die engere Wahl, können sich Pflegebedürftige/Angehörige zum Vergleich von über 24 Prüfbereichen durch etwa 70 Seiten in Fachsprache formulierter Prüfberichte arbeiten. Darüberhinaus bleibt wichtig, was in keinem Bericht stehen kann: Was wird im Bekanntenkreis über die Einrichtung berichtet?
Ist es mit so vielen Einzelinformationen noch möglich sich ein Gesamtbild zu machen? Gernot Kiefer (GKV-Spitzenverband): Gute und schlechte Qualität in der Pflege müsse für jeden einfach zu erkennen sein. „Das muss für alle Beteiligten der Gradmesser sein“, sagt Kiefer.

Quelle: Wie misst man die Qualität eines Pflegeheims?, Artikel auf www.faz.net vom 23. November (Link geprüft am 27. November)

Verwässerung und Verschlimmbesserung

In einem Kommentar werden die Pflegenoten als „undifferenzierte Verherrlichung aller Pflegeeinrichtungen mit Bestnoten“ bezeichnet. Das sei „eine Frechheit gegenüber alten Menschen und ihren Angehörigen“. Damit könne sich niemand im Anbieter-Dschungel zwischen „Senioren-Residenzen“ und „Pflege-Engeln“ zurechtfinden. Angesichts von keineswegs seltenen Missständen, wie „Dehydrierungen, Druckgeschwüren, Ruhigstellungen mit Psychopharmaka, Gurten und Bettgitteren“ fühlten sich manche Betroffene noch verhöhnt. Engagierte Pflegeanbieter und Pflegeprofis „die bestmögliche Versorgung bieten“ werden mit den Pflegenoten seit Jahren „demotiviert“.

Zum vorgestellten Konzept der Qualiätsdarstellungen meint Rainer Woratschka: „Der Anspruch, jetzt aber mal besonders gründlich vorzugehen und die nötigen Differenzierungen nicht wieder hinter einer platten Gesamtnote verschwinden zu lassen, mündet nach den vorliegenden Plänen in einem Papier- und Online-Wust, der Laien bei der Suche nach guter Pflege am Ende nicht unterstützt, sondern völlig überfordert.“

Quelle: Kommentar: Statt Verbesserung droht Verwässerung von Rainer Woratschka auf www.tagesspiegel.de, aktualisiert am 23. November 2018 (Link geprüft am 29. November 2018)

Betroffene beteiligen!

Kordula Schulz-Asche (MdB, Grüne) begrüßt, dass die Pflegenoten durch ein verlässlicheres Systen ersetzt werden sollen. Sie fordert: „Betroffene Menschen – Pflegefachleute, Pflegebedürftige und deren Angehörige sollten – stärker an der Entwicklung des neuen Qualitätsprüfverfahrens und der Qualitätsdarstellung beteiligt werden.“

Quelle: Qualitätsunterschiede in der Pflege müssen sichtbar werden!, Pressemitteilung von Kordula Schulz-Asche (21. November 2018; Link geprüft am 3. Dezember 2018)

Werden die Pflegenoten 2019 abgeschafft?

Auf den Internetseiten des Bundesministerium für Gesundheit wird unter der Überschrift: Qualität und Transparenz in der Pflege angekündigt, dass der neue „Pflege-TÜV“ mit den Qualitätsdarstellungen noch 2019 umgesetzt werden soll. Das würde das Ende der vielgeschmähten Pflegenoten bedeuten.

(Link geprüft am 4. Oktober 2018)

Kommentar: 0 von 5 Punkten für die Pflegenoten

Jutta König gibt die schlechteste der möglichen Noten für die Pflegebewertung der Medizinischen Dienste: „Der MDK-Qualitätsbericht ist eine Farce: Die Versorgungsqualität spielt keine Rolle, allein die Dokumentation zählt.“

Note 5 für den MDK-Qualitätsbericht (Link geprüft am 4. Oktober 2018)