Diskussion um die Pflegenoten 2

2019 sollen die Pläne zum Nachfolgeprojekt der Pflegenoten umgesetzt werden. Von den gesetzlichen Versicherungen kommt noch grundsätzliche Kritik. Es sei geplant die Prüfergebnisse für die einzelnen Einrichtungen verteilt über bis zu 20 Seiten zu veröffentlichen. Das ist für Laien, denen die Qualitätsdarstellungen beim Vergleich mehrerer Einrichtungen helfen sollen, nicht hilfreich.
Auch könnten in der geplanten Gesamtbewertung weiterhin Qualitätsmängel in einzelnen Bereichen verschleiert werden – selbst dann, wenn jemand zu Schaden gekommen sei,

Mehr lesen im „E-Magazin des GKV-Spitzenverbandes“, Ausgabe Dezmeber|2018.

Gute oder schlechte Qualität der Pflege? Das muss einfach zu erkennen sein.

Pflegepolitik hat das Ziel ausgegeben, die Qualitätsbewertungen in der Altenpflege verlässlicher zu machen und die Lebensqualität der Pflegebedürftigen in den Vordergrund zu stellen. Nach einigen Jahren Auftragsforschung wurden nun pflegewissenschaftlich abgesicherte Vorschläge veröffentlicht, wie das erreicht werden könnte. Es sollen für alle Altenheime auf mehr als 20 Seiten die Ergebnisse aus einem laufenden Qualitätssicherungsprozess und den jährlich statt findenden MDK Prüfungen veröffentlicht werden.
Mal praktisch: kommen drei Altenheime in die engere Wahl, können sich Pflegebedürftige/Angehörige zum Vergleich von über 24 Prüfbereichen durch etwa 70 Seiten in Fachsprache formulierter Prüfberichte arbeiten. Darüberhinaus bleibt wichtig, was in keinem Bericht stehen kann: Was wird im Bekanntenkreis über die Einrichtung berichtet?
Ist es mit so vielen Einzelinformationen noch möglich sich ein Gesamtbild zu machen? Gernot Kiefer (GKV-Spitzenverband): Gute und schlechte Qualität in der Pflege müsse für jeden einfach zu erkennen sein. „Das muss für alle Beteiligten der Gradmesser sein“, sagt Kiefer.

Quelle: Wie misst man die Qualität eines Pflegeheims?, Artikel auf www.faz.net vom 23. November (Link geprüft am 27. November)

Altenpflege ist Postleitzahlenlotto

Im »DAK Pflegereport 2018« werden unterschiede in der qualität der pflegerischen Versorgung untersucht. Man kommt zu dem Schluss: „Die bestmögliche Versorgung von pflegebedürftigen Menschen hängt in Deutschland nach wie vor maßgeblich vom jeweiligen Wohnort ab.“
Offensichtlich können daran auch viele Jahre Pflege-Qualitäts-Prüfungen durch die MDK und die Pflegenoten nichts ändern.

Quelle: MDR: DAK fordert Eigenanteil bei Pflege zu deckeln, gesendet am 14. November 2018

Privat- vor Gemeinnutz?

Gewinnorientierte Unternehmen haben an vielen Stellen die Möglichkeit Einnahmen zu erhöhen und Ausgaben zu mindern. Max Geraedts hat Untersuchungen zur Versorgungsqualität in Altenheimen in der ARD Sendung PlusMinus vorgestellt. Häuser in profitorientierter Trägerschaft wurden mit Häusern in gemeinnütziger Trägerschaft verglichen. Der Professor zeigt, dass letztere besser abschneiden.
Was die Kapitaleigner entnehmen, fehlt bei der Versorgung der Pflegebedürftigen.

Die Möglichkeiten, übermässige Geldabflüsse bei Prüfungen durch MDK oder Heimaufsicht zu entdecken, sind sehr begrenzt.

Quelle: Wie Investoren mit Pflegeheimen Gewinne maximieren, Beitrag in der Sendung vom 7. November 2018 (Link geprüft am 11. November 2018)

Reform der Heimaufsicht in NRW

In Nordrhein-Westfalen soll 2019 eine Reform des Wohn- und Teilhabegesetzes (WTG) in Kraft treten. Damit würden überflüssige Prüfvorschriften außer Kraft gesetzt und Doppelprüfungen abgeschafft. Allgemein gesagt: Die Qualität der Pflege werde künftig vom Medizinischen Dienst (MDK) geprüft. Die Heimaufsichten sollen vor allem strukturelle Kriterien wie Personalschlüssel oder Raumgröße in Augenschein nehmen. „So erhalten die Einrichtungen mehr Zeit, um sich auf eine gute Versorgung und Betreuung der Pflegebedürftigen zu konzentrieren“, erläuterte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.

Wohn- und Teilhabegesetz: Opposition sieht Pläne von Gesundheitsminister Laumann kritisch, Artikel vom 15 Oktober 2018 (Link geprüft am 21. Oktober 2018)

Kommentar: 0 von 5 Punkten für die Pflegenoten

Jutta König gibt die schlechteste der möglichen Noten für die Pflegebewertung der Medizinischen Dienste: „Der MDK-Qualitätsbericht ist eine Farce: Die Versorgungsqualität spielt keine Rolle, allein die Dokumentation zählt.“

Note 5 für den MDK-Qualitätsbericht (Link geprüft am 4. Oktober 2018)