Neuer Pflege-TÜV gestartet

Die Ergebnisse der „externen“ MDK-Prüfungen sollen der Öffentlichkeit ab Ende 2020 zur Verfügung stehen. Dann wird es auch eine allgemein zugängliche Datenbank geben, in der Eckdaten zur Versorgungsqualität jedes der 13000 deutschen Altenheims eingesehen und verglichen werden können.

Jens Spahn ist guter Dinge: „Nunmehr stehe ’nicht mehr der richtig gesetzte Haken im Aktenordner im Mittelpunkt‘, betonte Spahn. Entscheidend sei, wie es den Pflegebedürftigen tatsächlich gehe.“

Quelle: Neuer Pflege-TÜV gestartet, Artikel auf www.tagesschau.de vom 1. November 2019 (Link geprüft am 1. November 2019)

Einen Schritt weiter

Das Ärzteblatt berichtet, im Qualitätsausschuss Pflege sei die Neufassung des „Pflege-TÜVs“ für stationäre Pflegeeinrichtungen am 20. März 2019 abgesegnet worden.

Für den nächste Schritt hat das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) zwei Monate Zeit. Gibt’s vom Ministrium keine Beanstandungen, werden die Beschlüsse auf www.gs-qsa-pflege.de veröffentlicht und damit wirksam.

Es sei geplant am 1. November 2019 mit den Prüfungen nach dem neuen System zu beginnen. Dann könnten im Frühjahr 2020 die ersten „Qualitätsinformationen“ veröffentlicht und bis zum Ende des Jahres 2020 sollen alle Einrichtungen einmal geprüft werden.

Zum Artikel auf www.aerzteblatt.de vom 20. März 2019 (Link geprüft am 21. März 2019)

Westerfellhaus: Termin droht zu kippen

Zeitungsartikel
Mitte März 2019 schlägt Andreas Westerfellhaus, der Pflegeexperte der Bundesregierung, Alarm: Die Verhandlungen in der Selbstverwaltung über die Erneuerung der Pflegenoten kämen nicht voran.
Die zeitliche Vorgabe sei eindeutig: Im Herbst 2019 solle das neue System an den Start gehen. Falls nötig, würde im Gesundheitsministerium entschieden, damit „schwarze Schafe“ in Zukunft öffentlich auffallen.

Pflegebeauftragter übt scharfe Kritik an Heimbetreibern, Artikel auf www.waz.de am 14. März 2019 (Link geprüft am 14. März 2019)

Smart im Seniorenheim

Die smarte digitale Reise geht in Richtung „seniorengerechte Systeme“. Es werden Haushaltsroboter, vernetzte Pflegesessel, Sturzsensoren oder Sprachassistenzen entwickelt. Ob das zu einer Rundum-Überwachung für das „altersgerechte Leben daheim“ führt?

Die Bundesregierung finanziert das Programm »Pflegeinnovationen 2020«. Mensch-Technik-Interaktionen sollen als „Pflegeassistenzen“ vorangebracht werden. Die Forschung ist in Aufbruchsstimmung und auch der Markt boomt. Im Radiofeature geht’s vor allem um Technik, die Menschen hilft Bewegungseinschränkungen im Alltag ohne menschliche Hilfe zu bewältigen. Was von Fitness APPs bekannt ist, kommt als Sensoren zur Erfassung von Gesundheitsdaten in die Altenhilfe. Auch das System PEPPER/ROBBIE, dass in der Freizeitbeschäftigung eingesetzt werden kann, wird beschrieben.

… Und wie könnten solche Techniken in den Qualitätsdarstellungen berücksichtigt werden?

Audio Datei und Mitschrift gibt’s auf: Omas digitale WG (Link geprüft am 4. Oktober 2018)

Das Konzept zu den neuen Qualitätsdarstellungen wird vorgestellt

Im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums wurde an der Universität Bielefeld ein „grundlegend neues Konzept für eine realistische Qualitätsbeurteilung“ die Versorgungsqualität in Pflegeheimen entwickelt. „Eine wichtige Neuerung besteht in der Einführung einer Qualitätsbeurteilung mit Hilfe von Kennzahlen, die ursprünglich schon 2009/2010 im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums entwickelt und in den Folgejahren in zahlreichen Pflegeheimen erprobt hat. ‚Diese Kennzahlen geben Auskunft über die Versorgungsergebnisse einer Einrichtung und ermöglichen damit eine vergleichende Qualitätsbeurteilung, die es hierzulande bislang nicht gab‘, so Projektleiter Dr. Klaus Wingenfeld, Geschäftsführer des Instituts für Pflegewissenschaft (IPW). ‚Dabei steht nicht die Struktur- und Prozessqualität, sondern die Frage nach der Situation der Bewohnerinnen und Bewohner im Mittelpunkt. Es geht etwa darum, wie gut es gelingt, Mobilitätsverlust, Sturzverletzungen, die Entstehung von Druckgeschwüren oder den Einsatz freiheitseinschränkender Maßnahmen zu vermeiden‘. Die Ergebnisse der externen Qualitätsprüfungen bleiben weiterhin ein weiteres wichtiges Standbein der Qualitätsbewertung.
„Dabei besteht eines der Ziele auch darin, die einseitige Ausrichtung externer Qualitätsprüfungen auf die schriftliche Dokumentation zu beheben und das Fachgespräch sowie das Gespräch mit dem Bewohner stärker zu gewichten.“ In diesem Zusammenhang taucht zum erstem Mal offiziell der Begriff Qualitätsdarstellungen auf.
Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeiten wurden jetzt ans Ministerium übergeben.

Ein Neues wird kommen …

Nach vielen Jahren der Kritik am System der Pflegenoten, wird ganz offiziell der „Auftrag zur Entwicklung der Instrumente zur Qualitätsprüfung und -darstellung für die stationäre Pflege“ vergeben. Das Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitssystem (AQUA-Institut) und das Institut für Pflegewissenschaften der Universität Bielefeld (IPW) vergeben. Es werden auch Termine genannt: Im Sommer 2018 sollen die Ergebnisse präsentiert werden, um die „neuen Instrumente und Verfahren … 2019“ einführen zu können.