Smart im Seniorenheim

Die smarte digitale Reise geht in Richtung „seniorengerechte Systeme“. Es werden Haushaltsroboter, vernetzte Pflegesessel, Sturzsensoren oder Sprachassistenzen entwickelt. Ob das zu einer Rundum-Überwachung für das „altersgerechte Leben daheim“ führt?

Die Bundesregierung finanziert das Programm »Pflegeinnovationen 2020«. Mensch-Technik-Interaktionen sollen als „Pflegeassistenzen“ vorangebracht werden. Die Forschung ist in Aufbruchsstimmung und auch der Markt boomt. Im Radiofeature geht’s vor allem um Technik, die Menschen hilft Bewegungseinschränkungen im Alltag ohne menschliche Hilfe zu bewältigen. Was von Fitness APPs bekannt ist, kommt als Sensoren zur Erfassung von Gesundheitsdaten in die Altenhilfe. Auch das System PEPPER/ROBBIE, dass in der Freizeitbeschäftigung eingesetzt werden kann, wird beschrieben.

… Und wie könnten solche Techniken in den Qualitätsdarstellungen berücksichtigt werden?

Audio Datei und Mitschrift gibt’s auf: Omas digitale WG (Link geprüft am 4. Oktober 2018)

Das Konzept zu den neuen Qualitätsdarstellungen wird vorgestellt

Im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums wurde an der Universität Bielefeld ein „grundlegend neues Konzept für eine realistische Qualitätsbeurteilung“ die Versorgungsqualität in Pflegeheimen entwickelt. „Eine wichtige Neuerung besteht in der Einführung einer Qualitätsbeurteilung mit Hilfe von Kennzahlen, die ursprünglich schon 2009/2010 im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums entwickelt und in den Folgejahren in zahlreichen Pflegeheimen erprobt hat. ‚Diese Kennzahlen geben Auskunft über die Versorgungsergebnisse einer Einrichtung und ermöglichen damit eine vergleichende Qualitätsbeurteilung, die es hierzulande bislang nicht gab‘, so Projektleiter Dr. Klaus Wingenfeld, Geschäftsführer des Instituts für Pflegewissenschaft (IPW). ‚Dabei steht nicht die Struktur- und Prozessqualität, sondern die Frage nach der Situation der Bewohnerinnen und Bewohner im Mittelpunkt. Es geht etwa darum, wie gut es gelingt, Mobilitätsverlust, Sturzverletzungen, die Entstehung von Druckgeschwüren oder den Einsatz freiheitseinschränkender Maßnahmen zu vermeiden‘. Die Ergebnisse der externen Qualitätsprüfungen bleiben weiterhin ein weiteres wichtiges Standbein der Qualitätsbewertung.
„Dabei besteht eines der Ziele auch darin, die einseitige Ausrichtung externer Qualitätsprüfungen auf die schriftliche Dokumentation zu beheben und das Fachgespräch sowie das Gespräch mit dem Bewohner stärker zu gewichten.“ In diesem Zusammenhang taucht zum erstem Mal offiziell der Begriff Qualitätsdarstellungen auf.
Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeiten wurden jetzt ans Ministerium übergeben.

Ein Neues wird kommen …

Nach vielen Jahren der Kritik am System der Pflegenoten, wird ganz offiziell der „Auftrag zur Entwicklung der Instrumente zur Qualitätsprüfung und -darstellung für die stationäre Pflege“ vergeben. Das Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitssystem (AQUA-Institut) und das Institut für Pflegewissenschaften der Universität Bielefeld (IPW) vergeben. Es werden auch Termine genannt: Im Sommer 2018 sollen die Ergebnisse präsentiert werden, um die „neuen Instrumente und Verfahren … 2019“ einführen zu können.