Das Konzept zu den neuen Qualitätsdarstellungen wird vorgestellt

Im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums wurde an der Universität Bielefeld ein „grundlegend neues Konzept für eine realistische Qualitätsbeurteilung“ die Versorgungsqualität in Pflegeheimen entwickelt. „Eine wichtige Neuerung besteht in der Einführung einer Qualitätsbeurteilung mit Hilfe von Kennzahlen, die ursprünglich schon 2009/2010 im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums entwickelt und in den Folgejahren in zahlreichen Pflegeheimen erprobt hat. ‚Diese Kennzahlen geben Auskunft über die Versorgungsergebnisse einer Einrichtung und ermöglichen damit eine vergleichende Qualitätsbeurteilung, die es hierzulande bislang nicht gab‘, so Projektleiter Dr. Klaus Wingenfeld, Geschäftsführer des Instituts für Pflegewissenschaft (IPW). ‚Dabei steht nicht die Struktur- und Prozessqualität, sondern die Frage nach der Situation der Bewohnerinnen und Bewohner im Mittelpunkt. Es geht etwa darum, wie gut es gelingt, Mobilitätsverlust, Sturzverletzungen, die Entstehung von Druckgeschwüren oder den Einsatz freiheitseinschränkender Maßnahmen zu vermeiden‘. Die Ergebnisse der externen Qualitätsprüfungen bleiben weiterhin ein weiteres wichtiges Standbein der Qualitätsbewertung.
„Dabei besteht eines der Ziele auch darin, die einseitige Ausrichtung externer Qualitätsprüfungen auf die schriftliche Dokumentation zu beheben und das Fachgespräch sowie das Gespräch mit dem Bewohner stärker zu gewichten.“ In diesem Zusammenhang taucht zum erstem Mal offiziell der Begriff Qualitätsdarstellungen auf.
Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeiten wurden jetzt ans Ministerium übergeben.

Volksverdummung

Auf dem Hauptstadtkongress wird auch über die Pflegenoten diskutiert. Eugen Brysch spricht von einem „Instrument der Volksverdummung“. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn formuliert weniger drastisch, der Pflege-TÜV sei „unbefriedigend, so wie er im Moment ist“. Lange bevor er Minister wurde, kritisierte Spahn, das dem hohen bürokratischen Aufwand ein „äußerst geringer Nutzen für die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen“ gegenüber stehe.

Auslaufmodell? Debatte um umstrittenen Pflege-TÜV, Artikel auf www.aerztezeitung.de vom 6. Juni 2018 (Link geprüft am 4. Oktober 2018)

Kommentar: 0 von 5 Punkten für die Pflegenoten

Jutta König gibt die schlechteste der möglichen Noten für die Pflegebewertung der Medizinischen Dienste: „Der MDK-Qualitätsbericht ist eine Farce: Die Versorgungsqualität spielt keine Rolle, allein die Dokumentation zählt.“

Note 5 für den MDK-Qualitätsbericht (Link geprüft am 4. Oktober 2018)

Mehr Pflege Kompetenz in die Kommission zur Neufassung des Pflege-TÜV!

„Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer, sieht das Problem des Pflege-TÜV´s in der unzureichenden Abbildung pflegerischer Leistung und fordert deshalb eine grundlegende Umstellung. Es müssen zunehmend von Pflegefachkräften durchgeführte pflegebezogene Aktivitäten die auch präventiven Charakter zur Erhaltung der Lebensqualität haben berücksichtigt und selbstverständlich auch umfassend ausfinanziert werden. Diese bringen dem einzelnen Pflegebedürftigen wesentlich und nachhaltig mehr als viele andere zugrundeliegende Kriterien.“

Pflege-TÜV muss pflegerische Leistungen besser abbilden, Pressemitteilung der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz vom 12. Oktober 2017 (Link geprüft am 26. März 2019)

Ein Neues wird kommen …

Nach vielen Jahren der Kritik am System der Pflegenoten, wird ganz offiziell der „Auftrag zur Entwicklung der Instrumente zur Qualitätsprüfung und -darstellung für die stationäre Pflege“ vergeben. Das Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitssystem (AQUA-Institut) und das Institut für Pflegewissenschaften der Universität Bielefeld (IPW) vergeben. Es werden auch Termine genannt: Im Sommer 2018 sollen die Ergebnisse präsentiert werden, um die „neuen Instrumente und Verfahren … 2019“ einführen zu können.