Realsatire?

Für Pflegebedürftige und Angehörige seien die neuen Qualittätsdarstellungen schwerer zu durchschauen, als die „Pflegenoten“, sagt Eugen Brysch (Deutschen Stiftung Patientenschutz). Mit Transparenz sei es in dem komplizierten System nicht weit her. Außerdem: Gravierende Mängel würden weiterhin kaum dazu führen, dass ein Heim geschlossen werden könne.
Was der Erfinder des Systems Klaus Wingenfeld für eine der stärken hält, wird von Brysch als Nachteil gesehen: das eigene Qualitätsmanagement der Altenheime geht in die Qualitätsdarstellungen ein. „Einmal im Jahr kommt dann der MDK und soll nachvollziehen, ob die Angaben der Wahrheit entsprechen.“ Claus Fussek, Sozialarbeiter und seit Jahrzehnten Kritiker der Pflegepolitik, betont: Aus den Beitragsgeldern der Versicherten müssten etwa 100.000.000€ pro Jahr für diese Prüfungen aufgewandt werden. Ohnehin überlastetet Pflegefachkräfte müssen für’s System geschult und freigestellt werden. „Sie müssten in dieser Zeit die Patienten liegen lassen und sie anschließend für die Prüfung befragen, wie es ihnen geht.“
„Das ist Realsatire“, sagt Fussek.

Quelle: Pflege-TÜV in der Kritik: „Das ist Realsatire“, Beitarg auf www.sueddeutsche.de vom 5. Oktober 2019 (Link geprüft am 25. Oktober 2019)

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